
Herzhaft-lecker: Semmelknödel-Gröstl Suppen, deftige Fleischgerichte mit selbst gemachten Knödeln oder traditionelles Schweizer Käsefondue – die Alpenküche ist würzig, deftig und genauso facettenreich wie die verschiedenen Regionen rund um das bekannte Gebirge.
Gerste & Buchweizen
Neben Weizen und Mais sind Getreidearten wie Gerste und Buchweizen in der Alpenküche stark vertreten. Gerste wird vor allem in Form von Graupen verarbeitet und als sättigende Suppen- oder Eintopfeinlage – wie in unserem
Gerstensuppen-Rezept – verwendet oder in das Brät von Kochwürsten eingearbeitet. Auch Buchweizen, ein Pseudogetreide aus der Familie der Knöterichgewächse, wird für unterschiedliche Speisen eingesetzt: Zu Mehl verarbeitet, findet er zum Beispiel Verwendung im Frühstücksbrei, in Knödeln, Süßspeisen oder Broten.
Fleisch mit Brezn-, Kartoffel- und Semmelknödeln
Als deftiges Hauptgericht wird in der Alpenküche gerne Fleisch mit Knödeln oder Kartoffeln serviert, wie beim
Tiroler Gröstl. Die Wahl zwischen Kartoffel-, Semmel- oder Brezenknödel bleibt vielerorts dir überlassen. Von
Hirschgulasch mit Knödeln, Schweinsbraten oder -haxe mit Kartoffelknödeln bis hin zu Zürcher Geschnetzeltem – Knödel sind das ganze Jahr über eine beliebte Beilage und lassen sich als süße Nachspeise mit Obst wie Marillen oder Erdbeeren füllen.
Übrigens: Übrig gebliebene Semmelknödel kannst du am nächsten Tag zu einem leckeren
Knödelgröstl verarbeiten.
Knödel selber machen
Damit deine selbst gemachten Knödel auch gelingen, solltest du bei der Zubereitung Folgendes beachten:
- Lass deinen Knödelteig vor der Weiterverarbeitung circa 30 Minuten stehen. So wird die Masse fester, kälter und man kann die Knödel leichter formen.
- Grundsätzlich gilt, dass du bei klassischen Semmel- und Brezenknödeln deine Hände in kaltes Wasser tauchen solltest, bevor du mit dem Formen des Teiges beginnst. Die Knödel sollten nach dem "Drehen" fest sein und eine schöne runde Form haben.
- Bei klassischen Kartoffelknödeln kannst du hingegen anstelle von Wasser Mehl verwenden und deine Hände immer mal wieder damit bestäuben. Beim Formen die Kartoffelknödel fest zusammendrücken und anschließend in Mehl wenden, so verhinderst du, dass die Knödel beim Kochen auseinanderfallen.
- Wenn du gefüllte Knödel zubereiten möchtest, achte darauf, diese nicht zu voll zu machen, so lassen sie sich leichter verschließen.
- Beim Kochen musst du darauf achten, dass du einen großen Topf nimmst, denn Knödel brauchen Platz. Gib die geformten Knödel in kochendes Salzwasser und reduziere dann die Hitze, damit die Klöße gar ziehen können. Fertig sind deine Knödel dann, wenn sie an der Oberfläche des Wassers "tanzen".
Käsefondue
Das Käsefondue stammt aus der französischen Schweiz, der westlichen Alpenregion. Allerdings wurde die Herkunft nie abschließend geklärt, auch die Franzosen behaupten, die Erfinder zu sein. Das beliebte Nationalgericht der Schweiz punktet mit einer homogenen und sämigen Konsistenz und wird traditionell mit Käse, Weißwein und einem Schuss Kirschwasser zubereitet. Für ein Käsefondue benötigst du einen Keramiktopf, auch Caquelon genannt, und ein Rechaud (Tischgerät zum Warmhalten) sowie lange Gabeln zum Eintunken des Brotes. Je nach
Käsefondue-Rezept und Region werden der Käsemasse Muskatnuss und Pfeffer, Knoblauch, Kräuter oder Tomatenmark hinzugefügt. Pro Person solltest du etwa 200 g Käse einplanen. Die ursprüngliche Schweizer Käsemischung für ein Fondue besteht aus Vacherin und Greyerzer zu gleichen Teilen. In einigen Regionen der Schweiz schwört man aber auf die Zugabe von Tilsiter, Raclettekäse, Comté oder Beaufort. Auch Appenzeller und Emmentaler eignen sich für ein Käsefondue, die kräftigste Rezept-Variation sieht ausschließlich die Verwendung von Appenzeller vor. Zum Eintunken wird traditionell Brot oder Baguette gereicht, aber du kannst natürlich auch andere Lebensmittel wie etwa Gemüsestücken im Käsefondue genießen.
Übrigens: Wer sein Brot während des Essens im Fonduetopf verliert, muss eine Runde Schnaps spendieren.